Möbel, Beleuchtung und Accessoires geben einem Raum das gewisse Etwas. Persönlicher Stil steht bei der Inneneinrichtung genauso im Vordergrund wie Funktionalität. Zum einen soll der Raum einen Charme verströmen, der in irgendeiner Weise dem eigenen Charakter entspricht. Zum anderen bringt es wenig, Einrichtungsgegnstände im Wohnraum zu platzieren, die bis auf einige Ausnahmen keine Funktion haben – außer den Wohnraum zu verschönern.
Die Verbindung von Ästhetik und Funktion ist ein Thema, mit dem sich bereits zahlreiche Designer auseinandergesetzt haben. Die Konzeption eines Objektes, das beiden Kriterien genügt, stellt sich allerdings als schwieriges Unterfangen heraus. Eine Maxime, die den Designern dabei helfen soll, ist folgende Formel: “form follows function (fff)”. Der Satz geht auf den amerikanischen Architekten Louis Sullivan zurück, der sich schon 1896 Gedanken über dieses Thema machte. Aber er war nicht der erste Architekt, Designer oder Kunstschaffende, der sich der perfekten Form und der praktischen Funktion verschrieb. Von Aristoteles über Da Vinci bis hin zu heutigen Produktdesignern beschäftigten sich Menschen mit diesem Thema, wenn auch in einem gänzlich verschiedenen Kontext.
Sullivan jedenfalls trat eine kleine Revolution los, denn nachfolgende Designer und Architekten orientierten sich teilweise sehr stark an den theoretischen Vorgaben der fff-Formel. Sie verknüpften die Funktion mit der Form, wobei sich aus dem praktischen Gebrauchsmuster die Form ergab. Das hatte Vorteile: Schöne Objekte, die unter bestimmten Gesichtspunkten äußerst praktisch waren, waren das Ergebnis – Zeitlosigkeit inbegriffen. Aus diesen Überlegungen entstanden Designklassiker, die zum Teil Hundert Jahre von wechselnden Trends überlebten. Verschiedene Schulen und Richtungen machten sich das Prinzip in unterschiedlichen Ausführungen zunutze: Minimalismus, Funktionalismus oder Bauhaus sind nur einige Beispiele dafür.